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Durch die Corona-Pandemie hat sich bekanntlich einiges für uns Auszubildende bei ZWILLING geändert – Homeoffice wurde in vielen Abteilungen von der Ausnahme zur Regel, Unterricht in der Berufsschule fand nicht oder nur reduziert statt und gesehen haben wir uns überwiegend digital.
Aber was bedeutet das eigentlich für die Theoriephase für uns dual Studierende?

Genau das fragte ich mich Mitte März, als ich im Einkauf eingesetzt war und der Beginn unserer zweiten Theoriephase immer näher rückte. Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich bereits im Homeoffice, durch die Ausnahmesituation wusste jedoch keiner so recht, wie es nach der Praxisphase weitergehen sollte. Der Berufsschulunterricht der dual Studierenden bei ZWLLING findet bereits seit einigen Jahren digital per Teleteaching statt, was sich in Zeiten von Kontaktbeschränkungen und Social-Distancing als großer Vorteil herausgestellt hat. Vorlesungen in unserer Fachhochschule, der EUFH, finden normalerweise vor Ort statt. Dass dies in der aktuellen Situation kaum möglich sein würde, dachten wir uns bereits.

Zwei Wochen vor Beginn der Theoriephase kam dann auch die Nachricht der EUFH: die Vorlesungen werden bis auf Weiteres ausschließlich digital stattfinden. Wie das genau funktionieren sollte, wussten wir bis dahin auch nicht. Bis zum Beginn der Vorlesungen wurden wir jedoch bezüglich der Online-Umstellung regelmäßig informiert und als es dann losging, wusste jeder über die Funktionsweise der digitalen Vorlesungen Bescheid. Konkret fanden die einzelnen Vorlesungen über das Programm „Microsoft Teams“ statt, dieses konnten wir uns über unseren Microsoft-Account der EUFH kostenlos herunterladen. Der Ablauf der Vorlesungen unterschied sich überraschender Weise nur geringfügig von dem, was wir im letzten Semester kennengelernt hatten. In der Regel hat der jeweilige Dozent seinen Bildschirm geteilt und das Vorlesungsskript als PowerPoint-Präsentation aufgerufen. Wie gewohnt konnten jederzeit Fragen gestellt werden und abhängig vom Kurs wurden die Vorlesungen auch sehr interaktiv gestaltet. Ob Gruppenarbeiten, eigenständige Aufgaben oder Diskussionen in Spanisch und Englisch, vieles war möglich, was wir uns zuvor nicht hätten vorstellen können.

Nach einiger Zeit wurde uns mitgeteilt, dass auch Klausuren in ihrer gewohnten Form dieses Semester nicht geschrieben werden. Ersetzt wurden sie durch sogenannte „Problemorientierte Arbeiten“. Diese Problemorientierten Arbeiten werden von Zuhause aus geschrieben und die Nutzung von Hilfsmitteln, z.B. Vorlesungsskript oder Internet, ist erlaubt. Die gestellten Aufgaben sind weniger auf die reine Abfrage von Wissen, sondern eher auf die Anwendung dessen ausgerichtet. Als es dann so weit war, konnten wir die Aufgabenstellung von einer Internetplattform der EUFH, ab einem zuvor festgelegten Zeitpunkt, herunterladen. Dann hatten wir zwischen zwei und vier Stunden Zeit um die Aufgabenstellung zu bearbeiten, anschließend haben wir die bearbeiteten Dokumente wieder hochgeladen. Die anderen beiden Prüfungsformen des Semesters, eine Hausarbeit und ein Portfolio blieben bestehen. Der einzige Unterschied lag darin, dass wir die Arbeiten dieses Semester ausschließlich digital abgeben mussten.

Eine ganze Theoriephase rein digital – ein Vorgeschmack auf die Zukunft des Studierens? Vielleicht, das letzte Semester hat mir definitiv gezeigt, dass ein digitales Studium möglich ist. Für mich ist jedoch der persönliche Kontakt zu Dozenten und Studierenden einer der wichtigsten und schönsten Teile des Studierens und ein digitales Studium kann das nicht ersetzen.

 

geschrieben von Mark (dualer Student)


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